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Lebensmittelallergien, -unverträglichkeiten |
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Die Unterscheidung „Allergie“ und „Unverträglichkeit“ ist sehr wichtig, da im Gegensatz zur Allergie bei einer Unverträglichkeit nicht komplett auf die auslösenden Stoffe verzichtet werden muss. Lebensmittelallergie Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Körpers auf einen an sich ungefährlichen Stoff (meist Eiweiß). Der Körper reagiert auf diesen Stoff als wäre dieser ein Eindringling den es zu bekämpfen gilt, mit den unterschiedlichsten Symptomen wie Hautauschläge, Schwellung der Schleimhäute, Magen-, Darm-beschwerden, Kopfschmerzen/Migräne um nur die häufigsten zu nennen. Eine Allergie kann bei jedem Menschen zu jeder Zeit auftreten. Allerdings sind Kinder von allergischen Eltern stärker vorbelastet. Die Allergie tritt auch frühestens beim zweiten Kontakt mit dem auslösenden Lebensmittel auf. Sie kann sich auch erst nach Jahren des Verzehrs bemerkbar machen. Das macht die Suche für den Betroffenen sehr schwierig. Ist die Diagnose gestellt, muss dieses Lebensmittel komplett vom Speiseplan gestrichen werden. Kleinste Mengen können wieder eine allergische Reaktion auslösen. Der Betroffene muss wissen, wie dieses Nahrungsmittel auf industriell hergestellten Lebensmitteln deklariert wird, um einen Kontakt vollständig zu vermeiden. Außerdem müssen die Inhaltstoffe gleichwertig ersetzt werden, um einer Mangelernährung vorzubeugen. Bei einer Allergie ist es sehr wichtig, auch die Lebensumstände zu durchleuchten: Rauchen, Kaffee, Alkohol, Stress, Kälte, Wärme sind Allergieverstärker, die es größtenteils zu vermeiden gilt. Auch Umweltgifte am Arbeitsplatz oder übertriebene Hygiene können eine Allergie auslösen, oder zu einer Verschlimmerung beitragen. Lebensmittelunverträglichkeiten Häufiger als Lebensmittelallergien treten Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Inhaltstoffen auf, wie zum Beispiel Fruchtzucker, Milchzucker, Histamin oder anderen Zusatzstoffen. Die Symptome sind ähnlich der Lebensmittelallergie, jedoch ist in diesen Fällen das Immunsystem nicht beteiligt. Bei einer Fructosemalabsorption reagiert der Körper auf zu viel Fruchtzucker. Fruchtzucker wird auch als „Diabetikerzucker“ bezeichnet, da dieser nur wenig Auswirkung auf den Insulinspiegel hat. Da die Anzahl der Diabetiker immer stärker zu nimmt, wird immer mehr Haushalts- oder Traubenzucker in unseren Lebensmittel durch Fruchtzucker ersetzt. Dieses Übermaß kann nicht mehr ausreichend im Dünndarm verwertet werden, gelangt deshalb unverdaut in den Dickdarm und verursacht dort Beschwerden. Die Grenze der Fruchtzuckerverwertung ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Bei manchen löst schon der Verzehr eines Apfels Beschwerden aus, während andere bedenkenlos Obst essen können und nur dann Symptome hervorgerufen werden, wenn der Verzehr anderer fruktosehaltiger Lebensmittel hinzu kommt. Es ist nicht notwendig, komplett auf Fruchtzucker zu verzichten. Es gilt die individuell verträgliche, tägliche Menge herauszufinden und den Speiseplan dementsprechend auszurichten. Betroffenen der Laktoseintoleranz können Milchzucker nicht richtig aufspalten, da das dafür notwendige Enzym Laktase nicht (ausreichend) vorhanden ist. Wichtig ist es in diesen Fällen auf eine ausreichende Calcium Versorgung zu achten, da unser wichtigster Calcium Lieferant Milchprodukte sind. Der Gehalt an Lactose in den einzelnen Produkten variiert sehr stark. Bei einer Laktoseintoleranz muss nicht gänzlich auf Milchprodukte verzichtet werden. Die individuelle Verträglichkeit der einzelnen Lebensmittel in Auswahl und Menge gilt es herauszufinden. Immer mehr Menschen sind auch von einer Histaminintoleranz betroffen. Histamin ist ein Stoff, der im Körper für wichtige Aufgaben hergestellt und in den sogenannten Mastzellen gespeichert wird. Auch in der Nahrung ist Histamin in unterschiedlicher Menge enthalten. Es entsteht in Lebensmitteln beim Eiweißabbau. Es ist vorwiegend in „alten“, abgelagerten Lebensmitteln enthalten. Das aufgenommene Histamin wird im Darm durch ein Enzym abgebaut. Wenn zu viel Histamin im Körper ist, oder zu wenig von diesem Enzym vorhanden ist, kann es zu einer Überempfindlichkeit und damit zu Beschwerden kommen. Da aber auch in diesem Fall das Immunsystem nicht betroffen ist, kann keine Diagnose über das Blut erfolgen. Ein Ernährungsprotokoll kann Aufschluss geben. Ähnlich wie beim Histamin gibt es Menschen, die auf andere Zusatzstoffe in Lebensmitteln reagieren z.B. Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Konservierungsmittel etc. Diese Überreaktionen werden zusammenfassend „Pseudoallergien“ genannt. |
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